IG Westeifelbahn e.V.

Vereinsgründung in der Westeifel

Gerolstein - Am 12. 7. 2010 wurde beim zuständigen Amtsgericht Wittlich der neue Verein „IG Westeifelbahn e.V.“ in das Vereinsregister eingetragen. Außerdem hat das Finanzamt Wittlich die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt.Der Verein hatte sich am 2. 5. 2010 mit 20 Gründungsmitgliedern in Gerolstein-Müllenborn gegründet und eine Satzung erarbeitet, die dann Grundlage für die Eintragung in das Vereinsregister und für die Erklärung der Gemeinnützigkeit wurde. Sitz des Vereins ist Gerolstein. Postadresse ist IG Westeifelbahn e.V., c/o Bernd Kruse, Zum Sperberwäldchen 12, 54634 Bitburg. Bernd Kruse aus Bitburg wurde als erster Vorsitzender einstimmig gewählt, auch Andreas Schäfer aus Gerolstein-Müllenborn als Schatzmeister und Manfred Hirtz aus Aachen als Schriftführer wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig in ihre Ämter gewählt.Der Verein wurde gegründet, um

  • den Gleisabbau der Bahnstrecke 3100 Gerolstein – Prüm (im folgenden „Westeifelbahn“ genannt) zu verhindern

  • die geschichtliche Entwicklung der Eisenbahn in der Westeifel Besuchern aus dem In- und Ausland darzustellen und so Kulturlandschaft und Heimatkunde zu pflegen.

  • das Wissen über und das Verständnis für das Eisenbahnwesen zu fördern.

  • das Erbe einer heute über 125 Jahre alten Bahnstrecke für unsere Kinder und deren Kinder zu erhalten.

  • eine Benachteiligung der Menschen zu verhindern, die nicht den Individualverkehr nutzen können oder möchten und auf einen öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.


Diese Zweckbestimmung wird erreicht durch

  • die Bemühungen um die Reaktivierung der Westeifelbahn und den Betrieb durch Dritte. Der Verein verfolgt keine eigenwirtschaftlichen Zwecke, sondern wird die ihm zur Verfügung stehenden Mittel zeitnah für seine satzungsgemäßen Zwecke verwenden

  • allgemeine Öffentlichkeitsarbeit wie z. B. Exkursionen, Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Eisenbahn in der Westeifel

  • die fördernde Zusammenarbeit mit anderen Vereinigungen und Institutionen.


Darüber hinaus strebt die „IG Westeifelbahn e.V.“ zum Erreichen des Vereinszweckes auch mittelfristig eine Nutzung des Bahnhofs Gondelsheim als „Museumsbahnhof“ an. Des weiteren strebt der Verein eine enge Zusammenarbeit mit beispielsweise touristischen Organisationen an, welche mit ihrer Arbeit mit den dargestellten Zweck des Vereins übereinstimmen und diesen zum allgemeinen Wohl der Region fördern möchten. Der Verein wird in den nächsten Wochen Gespräche mit den interessierten Eisenbahninfrastrukturunternehmen führen, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erkunden. Einige Bemerkungen zur Geschichte der Eisenbahnstrecke: „Die Entwicklung der Westeifelbahn und der von ihr ausgehenden Strecken nach Neuerburg und Waxweiler ist eng verbunden mit dem Aufbau eines strategischen Eisenbahnnetzes in der Eifel als Folge des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, aber auch mit dem Versuch, die Rückständigkeit der Eifelregion in der wirtschaftlichen Entwicklung zu beseitigen und die fehlenden Verkehrswege zu bauen und zu ergänzen. Die Westeifelbahn wurde zunächst als Bahn untergeordneter Bedeutung geplant und  ausgeführt. Am 22. 12. 1883 wurde die  Teilstrecke von Gerolstein nach Prüm eröffnet. Am 1. 10. 1886 folgte der Teilabschnitt von Prüm nach Bleialf, am 1. 10. 1888 der Abschnitt nach St. Vith. Die Strecken Pronsfeld-Neuerburg und Pronsfeld-Waxweiler wurden im Jahr 1907 eröffnet. Der zweigleisige Ausbau der Strecke von Gerolstein nach Pronsfeld erfolgte im Jahre 1910. Im Jahre 1930 erfolgte aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages der Rückbau des zweiten Streckengleises. Die Zerstörungen in Folge des Zweiten Weltkrieges waren so stark, dass der Zugverkehr zwischen Gerolstein und Prüm erst am 19. 11. 1948 vollständig aufgenommen werden konnte. Mit der wachsenden Motorisierung und der so genannten Ausdünnung der Fahrpläne wurde der Niedergang des Gerolsteiner Nebennetzes eingeläutet. Als letzte Eisenbahnstrecke wurde Gerolstein-Prüm am 28. 9. 1980 für den Personenverkehr stillgelegt. Die endgültige Stilllegung der Strecke erfolgte am 11. 6. 2001.  Eine Endwidmung vom Eisenbahnzweck ist nicht erfolgt. Sie soll nach dem Willen der Vereinsmitglieder der IG Westeifelbahn e.V. auch nicht erfolgen, da es sich bei der Westeifelstrecke um ein Stück über Generationen gewachsener Infrastruktur handelt, dass in Zukunft im Rahmen einer Verkehrswende, einer Verlagerung des Güterverkehrs zurück auf die Schiene, für den Personentransport und für touristische Bahnreisen dringend gebraucht werden wird. In diesem Sinne wird sich der Verein in Zukunft in Zusammenarbeit mit den Eisenbahninfrastrukturbetreibern für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Ausbau der Westeifelbahn einsetzen. Immer in der Hoffnung, dass die kommenden Züge immer ein Stück Schiene unter den Rädern haben werden.


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